Sozialstation Hardheim Höpfingen Wallduern

irchliche Sozialstation Hardheim-Höpfingen-Walldürn: Jahresplan 2015 genehmigt / Langjährige Mitarbeiter geehrt

„Ebenso unverzichtbar wie unbezahlbar“

 

Während viele vergleichbare Einrichtungen im Land rote Zahlen schreiben, kann die Kirchliche Sozialstation Hardheim-Höpfingen-Walldürn auf ein positives Ergebnis in 2014 zurückblicken.

 

Bei der Mitgliederversammlung der Kirchlichen Sozialstation wurden zahlreiche langjährige Mitarbeiter geehrt.

© Bernd Stieglmeier

Walldürn. "Wir können mit dem Ergebnis der Jahresrechnung 2014 sehr zufrieden sein", zog Robert Lutz, Vorstandsmitglied der Kirchlichen Sozialstation Hardheim-Höpfingen-Walldürn zu Beginn der Mitgliederversammlung im katholischen Pfarrheim eine durchweg positive Bilanz des zurückliegenden Geschäftsjahres. Nach einer kurzen Begrüßung durch den stellvertretenden Vorsitzenden Walter Gramlich begründete Lutz seine Einschätzung nicht zuletzt mit dem Bilanzplus in Höhe von 68 122 Euro.

 

Während im vergangenen Jahr erneut viele ambulante Pflegedienste bei Caritas und Diakonie in Baden-Württemberg rote Zahlen geschrieben hätten und in ihrer Existenz gefährdet seien, habe die Kirchliche Sozialstation Hardheim-Höpfingen-Walldürn einen positives Abschluss hingelegt. Zu verdanken sei dies der engagierten und gut organisierten Arbeit der Pflegekräfte sowie aller Mitarbeiter - sei es in der Betreuung, in der Hauswirtschaft oder im Menü-Service.

Als wahre Meisterinnen der Organisations- und Improvisationskunst hob Lutz Pflegedienstleiterin Martina Weimann und deren Stellvertreterin Heidi Sack hervor.

Wahlen und Ehrungen bei der Sozialstation

  • Die Wahlen des Vorstandes brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender Bernhard Berberich (Hardheim), stellvertretende Vorsitzende Barbara Barosch (Altheim) und Walter Gramlich (Walldürn), Beisitzer Marie-Luise Außem (Waldstetten), Stadtpfarrer Pater Josef Bregula, Pfarrer Karl Kreß, Pfarrer Markus Keller, Helmut Hotzy (Walldürn), Robert Lutz (Bretzingen) und Bärbel Würzberger (Schweinberg).
  • Mit einem Präsent als Anerkennung für die geleistete Arbeit wurden Gerhard Bechtold (Gerichtstetten) und Brigitte Laukenmann (Walldürn) aus dem Vorstand verabschiedet.
  • Für langjährige Mitarbeit wurden Pflegedienstleiterin Martina Weimann, Gabi Horn und Erika Kappes (25 Jahre) sowie Karin Fieger, Waltraud Flaschka, Helga Häfner, Alice Heda, Petra Kilian, Christiane Mohr, und Marianne Reichert (zehn Jahre) geehrt.
  • Für seine Verdienste um die Sozialstation erhielt stellvertretender Vorsitzender Walter Gramlich die goldene Ehrennadel des Diözesan-Caritasverbandes Freiburg. ds

Die Zahl der Mitarbeiter bezifferte Lutz auf aktuell 82, den derzeitigen Wert des Fuhrparks auf rund 200 000 Euro. Im zurückliegenden Geschäftsjahr habe sich der Vorstand zusammen mit den Mitarbeiterinnen der Seniorentagespflege besonders auch damit beschäftigt, wie sich das Betreuungsangebot für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz verbessern ließe. Das 15-jährige Bestehen der Tagespflege sei im Juli 2014 mit einem "Tag der offenen Tür" gefeiert worden. Beim in enger Zusammenarbeit mit dem Krankenhausverband Hardheim-Walldürn angebotenen Menü-Service habe sich die Anzahl der ausgelieferten Tagesessen wieder bei bis zu 2000 Portionen im Monat stabilisiert.

Pflegedienstleiterin Martina Weimann ging in ihrem Bericht detailliert auf die Aktivitäten des zurückliegenden Jahres ein. Demnach wurden 2014 rund 1100 Personen betreut und 91 301 Hausbesuche getätigt. Im Bereich der pflegerischen Tätigkeiten absolvierten die Mitarbeiter 20 948 Hausbesuche, für medizinische Leistungen 55 182 Einsätze und für Kombinationsleistungen 14 890 Einsätze. Im Durchschnitt wurden täglich circa 360 Patienten ambulant versorgt. In der Kinderkrankenpflege waren es acht Kinder in 194 Einsatzstunden.

Im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung arbeiteten sieben Mitarbeiter, im Bereich der stundenweisen Versorgung betreuten sechs Mitarbeiter insgesamt 25 Personen. Bei Pflegegeldempfängern wurden 594 Beratungsbesuche absolviert. Beim Menü-Service mit 168 Kunden wurden täglich durchschnittlich 63 Essen ausgeliefert. Dazu waren neun Mitarbeiter mit drei Fahrzeugen unterwegs.

Die durchschnittliche Belegung bei der Seniorentagespflege betrug 16 Personen, wobei der Anteil der an Demenz erkrankten Menschen 80 Prozent betrug.

In ihrem Rückblick erinnerte Weimann an die erstmals angebotenen Übungen zur Sturzprävention, den Snoezelen-Raum, der von vielen Gästen gerne zur Entspannung genutzt werde, an mehrere Schulungen, Gesprächskreise oder Informationsveranstaltungen für pflegende Angehörige.

Im März habe der Medizinische Dienst der Krankenkassen dem ambulanten Dienst der Kirchlichen Sozialstation die Note "sehr gut" bescheinigt. Auch im Bereich der Tagespflege sei das Ergebnis einer Prüfung im Juli 2014 positiv ausgefallen.

Abschließend ging Weimann auf das Anfang des Jahres geltende Pflegestärkungsgesetz ein, welches die häusliche Pflege gestärkt und den Pflegebedürftigen deutliche Vorteile gebracht habe.

Einstimmig billigten die Vertreter der Kirchengemeinde die vom Kaufmännischen Leiter der Sozialstation, Matthias Schiller, vom Caritasverbandes Main-Tauber vorgetragene Jahresrechnung 2014, die bei Einnahmen in Höhe von 2 302 018 Euro und Ausgaben in Höhe von 2 196 382 Euro mit einem Überschuss in Höhe von 67 870 Euro.

Bürgermeisterstellvertreter Jürgen Schmeiser dankte allen Mitarbeitern der Kirchlichen Sozialstation für deren liebevollen Dienst an den Mitmenschen. Diesem Engagement zum Wohl hilfsbedürftiger, kranker und alter Menschen auf dem Fundament des christlichen Glaubens wolle er bei dieser Gelegenheit seine Anerkennung auszusprechen. Denn ganz bewusst würden sich die Helfer in die Konfrontation mit Krankheit und Alter, mit Not und gesellschaftlichem Außenseiter-Dasein begeben. Ganz bewusst würden die Mitarbeiter der Sozialstation ihre zentrale Aufgabe darin sehen, dem Menschen in Not Gemeinschaft in der Gesellschaft anzubieten. Der von der Sozialstation erbrachte Dienst sei deshalb ebenso unverzichtbar wie unbezahlbar.

Im Anschluss an die Wahlen des Vorstandes stimmte die Versammlung der Ablösung eines Darlehens und der Belastung des Grundstückes der Sozialstation durch Grundschulden zu. Außerdem genehmigten die Teilnehmer den Jahresplan 2015, der auf der Einnahmeseite 2 488 900 Euro und bei den Ausgaben 2 391 300 Euro ausweist. Als Beiträge überweisen die Kirchengemeinden pro Jahr auch weiterhin 1,55 Euro je Kirchengemeindemitglied an die Kirchliche Sozialstation.

Nach einem Impulsreferat von Barbara Dietrich-Schleicher vom Diözesan-Caritas-Verband Freiburg zum Thema "Sozialstationen im ländlichen Raum" schlossen sich die Ehrungen langjähriger Mitarbeiter an. ds

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 16.10.2015

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